Gerade lese ich in der SZ von Volker Löschs neuen Regiearbeit in Hamburg, bei der er wieder einmal ein paar Harz IV Empfänger auf die Bühne gestellt hat, die vor einem riesigen ALDI-Schriftzug im LIDL-Design das Monatseinkommen der zehn reichten Hamburger vorlesen dürfen. Und ich bin froh, dass Till Briegleb zu dem Schluss kommt: „Bei der immer wieder geäußerten Zuschreibung, Volker Lösch betreibe politisches Theater, kann es sich deshalb nur um ein Missverständnis handeln“. Ja, das sieht man hier auch an Lösch Arbeiten in Stuttgart. Politische Maskerade, aber keine Inhalte, damit „auch die wohlhabenden Hamburger Theaterbesucher zu dieser Inszenierung klatschen [können]„.
Volker Lösch, Aldi, Lidl und das politische Theater
28. Oktober 2008 von Simon A. Frank
Hier beurteilt jemand etwas, was er noch gar nicht gesehen hat.
Jetzt erst, im November, lief Marat hier in Hamburg an. Ich war deshalb das erste Mal nach 20 Jahren wieder im Schauspielhaus.
Meine Empfindung: eine tiefe emotionale Betroffenheit von diesem hochpolitischen Theater mit einem tollen Schuss Agitprop.
10 Minuten stehende Ovationen eines mitgerissenen Publikums im ausverkauften Haus bezeugten das ebenfalls.
Volker Lösch: Super. Weiter so!
P. Gutzeit, Hamburg
Hmm, ja, ich kann nur das beurteilen, was ich von Volker Lösch hier in Stuttgart sehe. Vielleicht lohnt dann doch ein Besuch in Hamburg?
Diese unreflektierte, unfundierte Aussage zu Löschs Theater ist nicht nur dilettantisch sondern wirklich ohne jegliche Fachkenntnis geäußert und einfach nur falsch. Ich bezweifle sogar, dass Du Lösch überhaupt mal live gesehen hast. Deine Aussage verraten es gerade zu, eine regelrechte Zumutung und denke „Hauptsach gschwätzt“. Keine Ehre für´s „Kulturmanagement“ – eher eine Schande. Bild Dir erstmal wirklich eine Meinung und diese fundiert, weil Du hier den Blog als wertvolle meinungsäussernde Instanz derart abwertest, egal was hier Dein Projekt nennst. Du verstehst jedenfalls nix von Theater, also schreib über irgendwas von dem Du was verstehst.
Hmm, also ich zitiere hier aus der SZ, vielleicht hast Du das überlesen? Na ja, ansonsten kann ich nur schmunzeln und merke an Deinen Aussagen, dass Du mich nicht kennst. Si tacuisses! Nur eins: Hier geht es nicht um Kulturmanagement, tatsächlich habe ich als studierter Literaturwissenschaftler und Philosoph einen ganz anderen Zugang zu „Theater“ und freue mich einfach, wenn die echten verbohrten Theater-Nasen vor Wut platzen, wenn jemand wie Briegleb in der SZ über Lösch meckert oder wie Kehlmann man klar und deutlich Worte spricht.