Anselm Kiefer jetzt im Buchhandel?

Anselm Kiefer den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels zu verleihen ist ein vierfacher Unsinn. Nicht nur, dass Kiefer herzlich wenig mit dem Buch zu tun hat – die Begründungen, man könne seine Werke „lesen” sind nur wirklich fürchterlich einfach gestrickt – sondern auch, dass er herzlich wenig mit dem „Friedens”-Gedanken, der in dem Buchpreis steckt, am Hut hat. Drittens ist es ein nachträglicher Kinnhaken für frühere Preisträger. Pamuk, Friedländer usw. – Schriftsteller und Wissenschaftler, die gigantische Werke mit internationaler Beachtung geschaffen haben müssen jetzt mit einem (durchaus bedeutenden) bildenden Künstler verglichen werden, der keine einzige Zeile publiziert hat? Und viertens: es hätte jede Menge Kandidaten der schreibenden Zukunft gegeben, die diesen Preis verdient hätten.

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