Die Ordnung des Mülls

muelltonne.jpgFoucault zitiert zu Beginn von Die Ordnung der Dinge aus eine Text von Borges, in der von einer alten „chinesischen Enzyklopädie“ berichtet wird, die eine ganz eigene Ordnung der Tierwelt beinhaltet: „die Tiere sich wie folgt gruppieren: a) Tiere, die dem Kaiser gehören, b) einbalsamierte Tiere, c) gezähmte, d) Milchschweine, e) Sirenen, f) Fabeltiere, g) herrenlose Hunde […] k) die mit einem ganz feinen Pinsel aus Kamelhaar gezeichnet sind“ sowie zuletzt „n) die von weiten wie Fliegen aussehen“. Und ich erinnere mich zudem an einen mittelalterlichen, lateinischen Text, den ich vor lange Zeit zu lesen vorgesetzt bekam, in dem die Lebwesen in vier Gruppen, nämlich Engel, Menschen, Tier und Frauen geteilt wurden … Die Ordnung der Dinge hat es also in sich! Bis heute! So ist für mich hier in Ludwigsburg jeder Gang zur Mülltonne ein Erlebnis. Obwohl ich nun doch schon fast zwei Jahre in diesem netten Stuttgarter „Vorort“ wohne bin ich nicht müde, darüber zu grübeln, warum die „Ordnung des Mülls“ hier anders ist: In Ludwigsburg gibt es nicht die mir bisher bekannte Trennung nach Materialien, sondern es steht (neben der Rest- und Ökotonne) eine Tonne „Rund“ und eine „Flach“. Also runde Sachen (Gläser, Dosen, etc.) in die eine, flacher Abfälle (Papier, Folien, etc.) in die andere. Ganz einfach, oder? Mein Problem: Wenn ich jetzt beispielsweise ein Bierdeckel entsorgen müsste – In welche Tonne werfe ich das? (Ganz zu schweigen, vor welchem Problem ich stehen würde, wenn ich ein Milchschwein, das nicht dem Kaiser gehörte, entsorgen müsste).

 

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